Hilft Hypnose bei ALS ? ALS-Fighter Leverkusen

Amyotrophe Lateralsklerose - Dokumentation einer Hypnosetherapie
 

Letztes Feedback

Meta





 

1.Hypnosesitzung

Heute fand die 1. Hypnose mit Harry statt. Dauer der Hypnose ca. 90 Minuten.

Vor der Hypnose

Nach längerem, allgemeinem Vorgespräch, erklärte ich auch Harry kurz, was er zu tun hat und was er voraussichtlich spüren wird. Er möge alle meine Anweisungen sofort und ohne darüber nachzudenken ausführen. Und, dass er praktisch nicht spüren wird, dass er sich in Hypnose befindet.

 

Sanfte Einleitung der Hypnose

Harrys Skepsis war spür- und greifbar für mich. Ich entschied mich dennoch für eine sanfte Einleitung. Harry wählte den Rollstuhl, in einer Ruhestellung, als Hypnoseort aus. Erkennbar, tat sich nicht sofort ein Fenster für die Einleitung der Hypnose auf. Harry war bemüht, aber die Anweisungen kritiklos und sofort umzusetzen gelang ihm zunächst nicht. Zunächst machte ich aber weiter in der Hoffnung, dass Harry dennoch langsam in eine Trance gleiten würde. In einem, zum frühen Zeitpunkt durchgeführten Test bestätigte sich aber mein Eindruck, dass eine nennenswerte Trance noch nicht eingetreten war. Ich setzte mehrfach erneut an und versuchte es mit der sanften Methode von rechts, links, oben und unten, ohne eine geeignete Hypnosetiefe zu erreichen. Das kann vorkommen, ich verweise mal auf meinen vorhergehenden Beitrag im Blog.

 

Der kleine Holzhammer

Ich unterbrach die Hypnose kurz. Mit der Handshake-Methode, startete ich dann einen kleinen Überraschungsangriff auf das Unterbewusstsein (UB). Dann folgte eine kurze Vertiefung und eine erneute Unterbrechung. Wieder wählte ich in etwas abgewandelter Form die Handshake Methode und vertiefte sofort. Harry war nun sichtbar in Trance, die Augen flatterten ungleichmäßig. Als Test, welche Trancetiefe erreicht ist, habe ich Harrys Kopf an seiner Kopfstütze festkleben lassen, er konnte ihn nicht bewegen. Sekunden, nachdem ich die Suggestion, dass der Kopf dort festklebt zurückgenommen hatte, konnte er den Kopf wieder lösen. So weit, so gut. Tests bestätigten meinen Eindruck, dass eine deutliche Vertiefung der Trance, in dieser Sitzung, zu zeitaufwendig geworden wäre. Die erreichte Trancetiefe eröffnete die Möglichkeiten für Suggestionen, eine Befragung des UB kam noch nicht in Betracht.

Ich nehme ein Thema vorweg:

Nach der Hypnose:

Harry hatte den Eindruck, nicht in Hypnose gewesen zu sein. Folgendes spricht dafür, dass sich Harry irrt. Zunächst einmal, war das Festkleben des Kopfes an der Kopfstütze. Harry erklärte es sich selber damit, dass es eine momentane Schwäche gewesen sei. Warum sich der Kopf dann allerdings Sekunden später locker bewegen ließ, das wusste er nicht. – Ich schon! Direkt nach dem Ende der Hypnose, bewegte Harry seinen Kopf so, dass offensichtlich war, dass er lange Zeit eine  unbequeme Kopfhaltung hatte, was er auch bestätigte. Dann sagte er noch, dass er beim nächsten Mal seine Füße lang ausstrecken wollte, jetzt hatte er sie auf den Fußstützen. Zur Erholung ließ er sie lang ausgestreckt baumeln. Ich verweise nochmals auf meinen vorherigen Beitrag, den ich Stunden vor der Hypnose schrieb. Es erging Harry so, wie meiner Probandin, die gefroren hatte wie ein Schneider. Harrys Kopfhaltung war sehr unbequem. Dennoch war er nicht in der Lage oder willens, die Kopfhaltung zu verändern, sondern hielt das einen gute Stunde so durch. Es wäre doch normalerweise ein Leichtes gewesen, den Kopf mal eben etwas anders zu platzieren. Wäre es auch, wenn er eben nicht in Hypnose gewesen wäre. Er hat es gespürt, aber er sah keine Veranlassung etwas zu verändern. – Weil in Hypnose zwar alles wahrgenommen wird, es aber unwichtig ist. Gleiches mit der unbequemen Lage der Beine. Ohne in Trance zu sein, hätte er doch einfach seine Beine bequem gelagert, so, wie er es sofort nach der Hypnose getan hat. Harry hatte vermutet, vielleicht sogar leicht eingeschlafen zu sein – nein Harry, du warst stets aufnahmefähig.

 

Suggestionen

Aufgrund der Gesamtsituation, auch zeitlich, suggerierte ich Harry Zuversicht, Motivation und verankerte das. Ich verankerte außerdem, dass er wisse, dass die Krankheit anzuhalten ist. Ich bat das UB, die Krankheit für den Moment zu stoppen und keine Verschlechterung mehr zuzulassen und verankerte auch das. Weiter bat ich das UB Harry ein Zeichen dergestalt zu geben, dass er ab sofort auch andere Schlafstellungen, z.B. auf dem Rücken, ohne Atemnot einnehmen kann. Dann suggerierte ich Harry die Gewissheit, das Schlafen auf dem Rücken von nun an möglich sei. Wiederholungen und Vertiefungen schlossen die Hypnose ab. Ich stellte alle Körperfunktionen auf optimale Werte und holte Harry bei „3“ zurück ins „Hier und Jetzt“ .

Ausblick

In der nächsten Sitzung, nächste Woche, wird Harry mit Sicherheit einen tieferen Trancezustand erreichen als bei dieser Premiere. Übung macht den Meister.

Mal gucken was Harry so zu berichten hat.

Hypnotiseur am 26.11.13 21:56

Letzte Einträge: Frohes Fest, 2. Hypnose, Meine zweite Hypnosesitzung, kleiner zwischenbericht, Nächste Hypnose..., Beendigung dieses Blogs

bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL